Einleitung
Für die A40 | B1 zwischen Moers und Unna sind in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Ausbau und Sanierungsmaßnahmen geplant. Um bei diesen baulichen Veränderungen die Integration der Straße in den Stadtraum zu verbessern, haben die Anrainerstädte Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Bochum, Dortmund, Holzwickede und Unna in enger Kooperation mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW und dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen das Gestalthandbuch A40 | B1 entwickelt.
Dieses Buch ist ein Leitfaden, der zeigt, wie aus der A40 | B1 in den nächsten Jahren mit einfachen Gestaltungselementen ein neuartiges, zusammenhängendes Bild der Metropolregion Ruhr entstehen kann. Darüber hinaus wurden spezielle Gestaltungsprinzipien entwickelt, die Aspekte der Raumwahrnehmung und Fahrgeschwindigkeit in den Fokus rücken. Dadurch konnten die Gestaltungselemente so ausformuliert werden, dass sie verkehrspsychologische
Effekte erzeugen und zur Verbesserung der Verkehrssicherheitund des Verkehrsflusses beitragen.
In die Überlegungen zum Gestalthandbuch sind des Weiteren stadt-räumliche Belange der angrenzenden Stadtgebiete eingefl ossen (→ Regionaler Masterplan
A40| B1). Durch Projekte konnte mit der Evaluation der Elemente in Bezug auf ihre räumliche Wirkung und Praktikabilität begonnen werden. Damit liegt nun ein verbindliches Regelwerk für die A40 | B1 zur Gestaltung von Verkehrsbauwerken und Straßenbegleitgrün vor. In diesen Regeln sind eine Vielzahl an stadtplanerischen und verkehrsplanerischen Belangen sowie betriebswirtschaftlichen Aspekten berücksichtigt und zur Synthese gebracht worden. Dadurch erleichtert das Handbuch die Arbeit in der verkehrsplanerischen
Praxis. Kern des Gestalthandbuchs A40 I B1 sind die Grundregeln. Sie sind in einem stadtregionalen Kontrakt zwischen den Anrainerstädten, dem Landesbetrieb
Straßen.NRW und dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen verbindlich festgelegt.
In den Ausführungsbestimmungen wird die Umsetzung der Grundregeln dargestellt. Die Bestimmungen sind typologisiert und ermöglichen eine situationsspezifische Entwicklung von Lösungen für einzelne Orte innerhalb des regionalen Rahmens. In Dortmund gibt es einen Sonderbereich. In den Anwendungsbeispielen wird das Gestalthandbuch A40 | B1 für anstehende Ausbaumaßnahmen beispielhaft zur Ausführung gebracht. In den Empfehlungen wird skizziert, wie das Gestalthandbuch
A40 | B1 inhaltlich fortgeschrieben und auf angrenzende Stadt- und Verkehrsräume übertragen werden kann. Dazu werden Innovationen und neue Handlungsansätze beschrieben, die bei der Weiterentwicklung des Gestalthandbuchs A40 | B1 berücksichtigt werden sollen. Dabei steht das Gestalthandbuch nicht als starres Instrument am Ende eines Prozesses. Vielmehr gilt es in den kommenden Jahren, im steten Arbeiten die Baumaßnahmen auf die Anforderungen des Handbuchs
abzustimmen und gemeinsame Lösungen in Einzelfällen zu fi nden. Der interkommunale Arbeitskreis, in Zusammenarbeit mit dem Lenkungskreis »Städteregion RUHR 2030«, hat sich als Organisationsstruktur bewährt.
Der enge Austausch zwischen den Kommunen, dem beauftragten Büro und der Straßenbauverwaltung Straßen.NRW sowie weiteren Akteuren war während
der Erarbeitungsphase gegeben und schafft eine gute Basis für die weiteren Umsetzungsmaßnahmen. In kommenden Verfahren werden alle Beteiligten frühzeitig eingebunden.
Neben einer breiten politischen Beteiligung wurden externe Experten und die Fachöffentlichkeit einbezogen. Darüber hinaus fand die Einbindung der so genannten Träger öffentlicher Belange statt. Die vorgebrachten Stellungnahmen der fast 100 angeschriebenen Institutionen wurden im Bearbeitungsprozess berücksichtigt und halfen, die Qualität und Umsetzungsfähigkeit des Planwerkes zu verbessern.
Parallel zum Gestalthandbuch A40 | B1 wurde als Leitlinie der städtebaulichen Entwicklung entlang der Straße der Regionale Masterplan A40 |B1 erarbeitet. Dieser Plan gliedert den Stadtraum unter dem Leitmotiv »Stadtautobahn« in räumliche Sequenzen mit spezifischen Leitlinien und Planungsgrundsätzen. Ziel des Masterplans ist es, das Bild der Region entlang der Verkehrsader zu schärfen.
Das Gestalthandbuch A40 |B1 übernimmt diesen Denkansatz. Es entwickelt Gestaltungsregeln und -vorschläge für den Verkehrsraum, die dazu beitragen die Metropolregion Ruhr sichtbar zu machen und die Stadträume entlang der Straße aufzuwerten.
Anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 werden Kunstwerke im Rahmen des Projektes »B1 | A40 – Die Schönheit der großen Straße« als Zeichen für den Beginn des Prozesses temporär ausgestellt.
