Technische Innovationen
Lärmschutz in Kombination mit Luftfiltern
Zurzeit werden Verfahren zur Filterung von Emissionen des Autoverkehrs erforscht, wie zum Beispiel durch den Einsatz von Moosen als Feinstaubfilter oder katalytische Beschichtungen an Lärmschutzwänden zur Stickoxid-Bindung. Stickoxide können über eine schadstoffabsorbierende Beschichtung der Lärmschutzwand aus Titandioxid gefiltert werden. Lärmschutzwände in Frankreich haben eine signifikante Minderung der Luftschadstoffe durch den Einsatz von schadstoffabsorbierenden Beschichtungen bereits nachgewiesen (Treiber|2007:259). Erste Untersuchungen der Universität Bonn zeigen, dass Moose eingesetzt werden können, um Feinstaub zu binden (Universität Bonn|2009). Mit elektrostatischen Effekten filtern sie die Luft und binden so Feinstaub.
Mit der Marktreife dieser Produkte könnte eines der zentralen Umweltprobleme an der A40 | B1 entscheidend gemindert werden. Zu diesem Themenbereich sollen Pilotprojekte durchgeführt werden. Dabei sind stadtgestalterische und landschaftspflegerische Aspekte zu berücksichtigen, um den Pilotcharakter zu unterstreichen.
Lärmschutz in Kombination mit Photovoltaikanlagen
Heutzutage steht eine Vielzahl von Solarmodulen für den Einsatz auch im Bereich von Lärmschutzwänden zur Verfügung. Die Bi-Facial-Technologie ermöglicht einen Einsatz in Nord-Süd-Ausrichtung, transparente Module ermöglichen den Einsatz in Bereichen von Sichtfenstern. Es werden Schallabsorptionswerte von 4 bis 8 Dezibel erreicht. Bau und Unterhalt von Lärmschutzmaßnahmen können durch Dritte durchgeführt werden, für den Baulastträger ergäbe sich eine Kostenersparnis. Die Technik ist marktreif. Für die Umsetzung fehlen Erfahrungen in der Kooperation mit Dritten und rechtliche Regelungen in Bezug auf die Haftung. Ein Behördenleitfaden, unter anderem mit einer detaillierten Beschreibung des Planungsablaufs und Musterverträgen, ist in Vorbereitung (→ BAST). Zu diesem Themenbereich sollen Pilotprojekte durchgeführt werden. Dabei sind stadtgestalterische und landschaftspflegerische Aspekte zu berücksichtigen, um den Pilotcharakter zu unterstreichen.
Lärmschutz durch Gegenschall
Das Prinzip des Gegenschalls reduziert die Lärmimissionen, indem phasenverschobene Gegenwellen den Schall weitgehend eliminieren. Bislang wird die Technologie erfolgreich vor allem bei punktuellen Lärmquellen – zum Beispiel im Maschinenbau – eingesetzt. Im öffentlichen Raum kann Gegenschall aufgrund der diffusen Schallreflexionen bislang noch nicht großflächig eingesetzt werden. Er kann als Sonderlösung in extrem beengten oder stadträumlich sensiblen Situationen eingesetzt werden, in denen der Bau einer Lärmschutzwand nicht möglich ist. Ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der BU Wuppertal, Wavescape, der Essener Verkehrs AG und der RUHR.2010 GmbH an der Haltestelle Hobeisenbrücke der U18 in Essen ist in Vorbereitung. Bei Folgeprojekten oder weiterführenden Maßnahmen sind stadtgestalterische Aspekte zu berücksichtigen, um den innovativen Charakter sichtbar zu machen.
Einhausungen
In vielen Bereichen der A40|B1 sind Deckelungen oder Einhausungen sinnvolle Maßnahmen zum Schallschutz. Aufgrund der hohen Baukosten und baukonstruktiven Rahmenbedingungen kommen diese Maßnahmen bisher selten zur Realisierung. Beispiele aus Asien zeigen, dass mit neuen Materialien neue Formen der Einhausung möglich sind. Materialien wie z. B. Makrolon zeichnen sich durch ein im Vergleich zu Glas geringes Eigengewicht und hohe Kaltverformbarkeit aus. Insbesondere das geringe Eigengewicht ermöglicht leichtere und elegantere Konstruktionen. Mit neuen Materialien können neue Formen von Einhausungen, aber auch von transparenten Lärmschutzwänden entwickelt werden. Hierzu müssen vor allem die Materialeigenschaften mit den technischen Regelwerken für den Bau von Einhausungen abgeglichen werden.




