Systembaukasten

Basierend auf den zuvor formulierten Leitlinien sind verschiedene Planungsgrundsätze zu dem Zweck entwickelt worden, einen typologischen Umgang für die räumliche Gestaltung einzelner Lagen aufzuzeigen. Hierzu sind im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans einzelne Standorte identifiziert worden, denen das Potenzial zugeschrieben wird, eine Verbesserung der Erfahrbarkeit der Stadtlandschaft in der Region Ruhr entlang des Ruhrschnellweges herbeizuführen und das Gesicht einzelner Streckensequenzen prägend zu gestalten.

Im Fokus des Interesses steht sowohl die Förderung der regionalen Schaufensterfunktion durch die Stärkung einzelner Raumfolgen wie auch die Bildung neuer Standorte. Im Zuge der Entwicklung des Raumbandes ist zwischen zwei Arten von Standortlagen zu unterscheiden: Die eine Gruppe wird aus Standorten gebildet, die sich innerhalb urbaner Sequenzen befinden. Diese Standorte bieten die Chance einer profilierten Akzentuierung der städtischen Raumkante. Mit ihnen wird das individuelle Gesicht der Städte definiert. Die andere Gruppe bildet sich aus Standorten, die sich innerhalb von RegioZONEN befinden. Diese Standorte eignen sich zur Inszenierung der Stadtlandschaft des Metropolraumes. Die gestalterische Aufwertung einzelner Lagen in diesen Räumen sowie die Ausbildung markanter Situationen, ermöglichen eine bessere Orientierung. In diesem Zuge steht neben der städtebaulichen Gestaltung ebenfalls die Inszenierung des Landschaftsraumes im Fokus.

Mit dem Masterplan werden verschiedene Standorte zur Entwicklung vorgestellt, die eine ganz unterschiedliche Bedeutung für die Region zu entfachen vermögen. Einigen Standorten wird eine hohe Ausstrahlkraft für das Bild der Region zugesprochen, während andere eher auf lokaler Ebene ihre Bedeutung entfachen.

Da die Förderung der Schaufensterfunktion entlang des Ruhrschnellweges von der Wahrnehmbarkeit und Einsehbarkeit einzelner Lagen abhängig ist, steht die gestalterische Ausbildung dieser Standorte in direkter Wechselwirkung zur räumlichen Ausprägung der Verkehrsader, der Geometrie des Fahrbahnverlaufes, seiner topografischen Lage zum angrenzenden Stadtraum sowie der Ausgestaltung jeweiliger Randlagen. Diese räumlichen Merkmale bilden entscheidende Parameter für die gestalterische Ausformulierung einzelner Teilräume. Um konkrete Maßnahmen zur Gestaltung dieser Randlagen zu bestimmen, ist eine Analyse der bestehenden Raumcharakteristika erforderlich. Der Aufbau eines Gebietsquerschnitts gibt hierfür die notwendigen Erkenntnisse und stellt die räumlichen Eigenschaften der jeweiligen Bausteine eines jeden Querschnittes dar: „Stadtraum + Rand + Straße + Mittelstreifen + Straße + Rand + Stadtraum“

Im Rahmen der Entwicklung einzelner Standorte wird mit dem Baukastensystem ein typologischer Umgang aufgezeigt, mit deren Hilfe für die jeweils vorgefundene Raumsituation in Abhängigkeit der zukünftigen Nutzungskonzeption Maßnahmen zur räumlichen Gestaltung abzuleiten sind. Je nach Topografie der Straße – dem Höhenunterschied der Fahrbahn zum angrenzenden Stadtraum – sind unterschiedliche Gestaltungsmaßnahmen erforderlich, um die Wahrnehmbarkeit angrenzender Standorte bzw. deren Einsehbarkeit – von der Fahrbahn aus – zu verbessern. Während hohe Straßenlagen eine weite Sicht auf das angrenzende Umfeld ermöglichen, wird der Blick in Lagen, in denen die Straße in Troglage geführt ist, auf die sich seitlich erhebende Stadtkante fokussiert.

Darüber hinaus sind je nach Absicht, wie der angrenzende Stadtraum zur Fahrbahn zu qualifizieren ist, verschiedene Gestaltungsmaßnahmen zu treffen. In Abhängigkeit der einzelnen Nutzung und der projektierten Strahlkraft eines Standortes sind darüber hinaus unterschiedliche Aktionen verbunden. Hierbei werden vier Aktionsformen unterschieden, wie die Randbereiche in Abhängigkeit des projektierten Nutzungsprofils auszubilden sind:

  • ZEIGEN • In diesen Lagen gilt es die Wahrnehmbarkeit von Standorten oder landschaftlichen Lagen zu verbessern, indem die Randbereiche von zu hohem Grünbewuchs freigehalten werden.
  • INSZENIEREN • An besonderen Standorten, die für das Bild der Region bedeutend sind und den Wandel des Ruhrgebietes zur Metropolregion aufzeigen, gilt es die Aufmerksamkeit bewusst auf diese Gebiete zu lenken, indem die Sicht auf den Standort freigehalten und der Blick mittels klar gesetzter Attraktionspunkte geführt wird.
  • QUALIFIZIEREN • In verschiedenen Situationen, in denen der Stadtraum aufgrund der rückseitigen Ausrichtung von Gebäuden wenig Qualität zu bieten hat, gilt es, die Einsehbarkeit von Standorten nicht zu fördern, sondern die Randlagen durch eine intensive Ausbildung des „Straßenbegleitgrüns“ zu qualifizieren.
  • TRANSFORMIEREN • In einzelnen Bereichen, in denen die bestehende Nutzung aufgrund hoher Nutzungskonflikte sukzessive zurückgenommen wird, gilt es, für die an dem Standort projektierte Nutzung die Randlagen entsprechend zu qualifizieren.

Zur Anschauung