Urbane Sequenzen

Stärkung urbaner Sequenzen! Metropolregion sichtbar machen

Der Ruhrschnellweg erweist sich als zentrales Band zur Verbindung der Kernzentren der Metropolregion Ruhr. Als Schneise durch das dichte Siedlungsgeflecht tangiert die Straße in einzelnen Streckenabschnitten die Ränder verschiedener Innenstadtlagen. Diese urbanen Sequenzen prägen damit in besonderer Weise die Wahrnehmung der Straße als regionales Band.

Im Rahmen der zukünftigen Entwicklung sind diese Sequenzen besonders in Wert zu setzen, um die Identität stiftende Wirkung der Region zu verbessern. Ziel ist es, den urbanen Charakter dieser Sequenzen hervorzuheben, die angrenzende Stadtstruktur in den Blick zu rücken, um so den Städten ein eigenes Gesicht an dem Band zu geben. Möglichkeiten bestehen zum einen durch die Aufwertung bestehender Standorte, zum anderen durch die Entwicklung und Umnutzung von Flächen, die das Potenzial besitzen, in Zukunft das Bild und die Vielfalt der Region zu ergänzen. Um die Wahrnehmbarkeit dieser Lagen zu verbessern, ist ein spezifischer Umgang in der Ausgestaltung der Randlagen der Straße und in der Ausbildung der stadträumlichen Kante erforderlich. Auf diese Weise soll jeder Streckenabschnitt ein prägnantes stadträumliches Profil erhalten.
 
Folgende Sequenzen sind in diesem Rahmen identifiziert worden:

  • Duisburger „Stadt-Land-Fluss“
  • Essener „Stadtsilhouette“
  • Bochumer „Allee im Werden“
  • Dortmunder „Boulevard B1“
Duisburger „Stadt-Land-Fluss“

Die Raumsequenz des „Rhein-Ruhr-Portals“ bildet mit der Rheinüberquerung das westliche Eintrittstor zum Kernbereich der Metropolregion. Dieser Streckenabschnitt erhält seine überregionale Bedeutung mit dem Duisburger Hafen als internationaler Logistikstandort.

Mit der erfolgreichen Transformation des Innenhafens zu einem Quartier mit einer Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit befindet sich innerhalb dieser urbanen Sequenz ein weiterer Standort mit überregionaler Strahlkraft.

Der westliche Abschnitt der Duisburger Stadtdurchfahrt wird durch die landschaftliche Zäsur des Ruhrtals begrenzt. Rhein- und Ruhrtal, Duisburger Hafen sowie der Innenhafen bilden in ihrem Zusammenspiel eine unverwechselbare Raumsequenz. Ziel ist es, diese als Eintritt in die Kernbereiche der Metropolregion Ruhr zu qualifizieren.

Essener „Stadtsilhouette“

Eine Fahrt entlang der Raumsequenz im zentralen Streckenabschnitt der Essener Durchfahrt ist charakterisiert durch die prägnante am Horizont auftretende Stadtsilhouette. Unmittelbar am Essener Hauptbahnhof tritt die Straße in den Citytunnel ein. Die Einfahrtsbereiche des Tunnels bilden in dieser Sequenz besondere Schnittstellen der bestehenden Stadtstruktur mit dem Verkehrsband. Diese Flächen sind zukünftig gestalterisch hochwertig zu inszenieren.

Der weitere Streckenverlauf ist sowohl im Osten wie im Westen durch die Tieflage der Straßentrasse gekennzeichnet und damit prägend für den Raumeindruck der Essener Stadtdurchfahrt. Innovativ für die Zeit des autobahngerechten Ausbaus des Ruhrschnellweges in den späten 1960er Jahren war die Integration der Stadtbahn in Mittellage der Autostraße. Gleichfalls rücken in diesem Bereich die Stadtstrukturen dicht an die Ränder der Spundwände.

Mit der Skyline von Essen und der Troglage der A40 als Schneise durch das Essener Stadtgefüge verfügt der Streckenabschnitt über ein hohes Identifikationspotenzial als urbane Sequenz der Metropolregion Ruhr, die es zukünftig in Szene zu setzen gilt.

Bochumer „Allee im Werden“

Der Streckenabschnitt der Bochumer Stadtdurchfahrt ist gegenwärtig durch eine starke Abschottung aufgrund der bestehenden Schallschutzanlagen gekennzeichnet. Hierdurch werden entlang des Ruhrschnellweges nur wenige Einblicke in das Stadtgefüge eröffnet.

Während durch die „Überdeckelung“ der Verkehrstrasse im Stadtteil Grumme die östliche Einfahrt nach Bochum markiert wird, weist der Bereich an der Anschlussstelle Freudenbergstraße ein hohes Potenzial auf, um die angrenzenden Flächen als neue Adresse für den Wirtschaftssektor der Metropolregion Ruhr zu qualifizieren. Mit der Umstrukturierung der Areale an der Freudenbergstraße bietet sich an dem Streckenabschnitt die Chance, den Standort als Schaufenster für die Stadt Bochum auszubilden. Im Fokus der Transformation steht die Entwicklung einer Adresse für den Dienstleistungssektor.

Mit dem Turm der Epiphanias Kirche besteht darüber hinaus ein aus der Ferne wahrnehmbares Gebäude, das als Identität stiftende Dominante die Chance birgt, dem Ort sein spezifisches Gesicht zu geben.

Dortmunder „Boulevard B1“

Der Dortmunder Streckenabschnitt besitzt aufgrund seines Allee-Charakters und der Klassifizierung als Bundesstraße ein vollkommen andersartiges Erscheinungsbild als die übrigen Streckenabschnitte.

Entlang des gesamten Straßenverlaufs auf dem Höhenrücken des Westfalendamms ist die städtebauliche Struktur unmittelbar wahrzunehmen. An einer Vielzahl der in den letzten Jahren realisierten Bauprojekte, beispielsweise der ADAC-Hauptverwaltung oder dem InHouse, wird hier sehr anschaulich vermittelt, welche Chancen das Streckenband zur Entwicklung neuer Adressen aufzuweisen vermag.

Im Rahmen der Profilierung der urbanen Sequenz in Dortmund gilt es, im Zuge des geplanten Tunnelausbaus den bestehenden Allee-Charakter zu erhalten und gegebenenfalls zu erneuern. Mit dem Areal Stadtkrone Ost existiert ein Standort mit regionaler Strahlkraft zur Entwicklung einer neuen Adresse der Metropolregion Ruhr entlang dieser Sequenz für Arbeiten, Wohnen und zur Freizeitgestaltung in unmittelbarer Nähe zum zukünftigen PHÖNIX See. 

Urbane Sequenzen

  • Urbane Sequenz • Duisburger Innenhafen
  • Urbane Sequenz • Skyline der Essener City
  • Urbane Sequenz • Bochumer Allee
  • Urbane Sequenz • Dortmunder Boulevard