Stadtsilhouette und Stadtwahrnehmung

von Andreas Müller und Friedhelm Stärk, Stadt Essen

Unter einer Silhouette wird allgemein die Ansicht einer Stadt verstanden, welche sie mit ihren dominantesten Bauten vor dem Horizont abzeichnet. Seit jeher lassen sich Städte in der Betrachtung dieser „Himmelslinie“ deuten. Sie verrät viel über eine Stadt, ihre Bedeutung, ihre Entwicklung oder auch, welches die treibenden Kräfte ihrer Gründung oder Entwicklung waren und sind. Dieses gilt für die Städte der Planungsgemeinschaft A40|B1 und auch für die gesamte Region Ruhr. In der Vergangenheit wurden die Ansichten der Städte des Ruhrgebiets, wie das Beispiel Dortmund zeigt, durch die Türme der Kirchen und der Befestigungsanlagen geprägt. Mit dem Beginn der Industrialisierung änderte sich dieses Bild jedoch dramatisch. Fabriken, Schornsteine, Hochöfen, Fördertürme und andere hervorstechende technische Bauwerke machten deutlich, dass andere Kräfte begannen, die Städte zu formen.

Heute haben die meisten dieser Bauwerke längst ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Die alten Hochofenanlagen in Duisburg, die Jahrhunderthalle in Bochum, die Zeche Zollern sowie das „U“ in Dortmund und nicht zuletzt die Schachtanlagen des Weltkulturerbes Zollverein in Essen sind Merkzeichen des Wandels von der Montanregion zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 geworden.

Doch neben diesen architektonischen Zeugnissen der Industrievergangenheit prägen längst auch neue „Zeichen“ die Metropolregion als eine der größten und wichtigsten Wirtschaftsmetropolen Europas. Einige davon sind vom Ruhrschnellweg aus wahrnehmbar oder haben ihren Standort sogar unmittelbar an der Straße. Der Fernsehturm Florian und die Westfalenhalle in Dortmund sind heute Leuchttürme der Zeit des Wirtschaftswunders. Die ADAC Hauptverwaltung, das Inhouse und der gerade fertig gestellte Westfalentower, alle ebenfalls in Dortmund, stehen für das moderne Bild des Ruhrgebiets.

In der Annäherung an das Essener Stadtzentrum verdichtet sich das Bild der markanten Einzelbauwerke im kompakten Cluster der Hochhäuser der Konzernzentralen. Seit Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts stehen die Hochhäuser als Symbol für wirtschaftliche Größe und gründeten Essens Ruf als „Schreibtisch des Ruhrgebiets“. Heute verleiht die weithin sichtbare Skyline der Hochhäuser nicht nur Essen sondern der gesamten Metropolregion Ruhr Profi l und Kontur. Zur Schärfung und Qualifizierung dieses Profils  liefern der Regionale Masterplan A40|B1 und das Gestalthandbuch A40|B1 wichtige Beiträge.

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