Ursprung und Entwicklung

Wandel eines Verkehrsbandes

Die besondere Relevanz dieser Autostraße als Verbindungsader für die Region leitet sich aus der Historie ab. Schon seit dem Mittelalter waren die Kernstädte des Ruhrgebietes über den ehemaligen Hellweg – als Route des Fernhandels – miteinander verknüpft.

Heute erschließt diese Verkehrsader nicht nur die bevölkerungsreichsten Siedlungsbereiche des Ruhrgebietes – mit einer Dichte von annähernd 2000 Einwohnern pro Quadratkilometer – sondern sie unterscheidet sich in ihrem Charakter grundsätzlich von dem Erscheinungsbild typischer Autobahntrassen: Aufgrund des dichten Siedlungsgefüges ist die Stadtstruktur in weiten Teilen der Straße unmittelbar von der Fahrbahn aus wahrzunehmen.

Neun Städte flankieren die Verkehrsachse, sechs Autobahnen kreuzen den Streckenabschnitt und zahlreiche Anschlussstellen ermöglichen eine zügige Anbindung der Siedlungsbereiche an diese – für die Metropolregion Ruhr – zentrale Straße.

Die Bedeutung des Ruhrschnellweges als zentrale Verbindungsader innerhalb der Region Ruhr hat im Laufe der Zeit stetig zugenommen. Die Lage und der Charakter haben sich jedoch im Laufe der Geschichte erheblich gewandelt.

Die räumliche Struktur des Hellweges war typisch für einen mittelalterlichen Handelsweg:

In einer Distanz von 15-30 Kilometern – einer Tagesreise, die zur damaligen Zeit mit einem großen Wagen oder zu Fuß zurückzulegen war – verband der Hellweg die inneren Kerne der Orte miteinander. Ihre Lage an dem Hellweg war essentiell und bestimmend für deren prosperierende Entwicklung und ihr Wachstum. Der Hellweg war zu seiner Zeit eine Schneise in der Landschaft – ausgebildet als lichter breiter Weg, so dass die reisenden Kaufleute sicher und zügig vorankommen konnten. Der Landschaftsraum war in dieser Zeit prägend für eine Reise entlang des Hellweges.

Im Rahmen der Industrialisierung wurde jedoch mit dem transportgerechten Ausbau der Trasse – als Reichsstraße 1 – der Verlauf der Straße, so weit möglich, um die Kerne der Städte verlegt. Zur Förderung des zügigen Fortkommens war es Ziel der Trassenverlegung, die Straße möglichst kreuzungsfrei in Ost – West Richtung anzulegen.

In der Zeit des Wirtschaftswunders wandelte sich der Charakter des Verkehrsbandes durch den leistungsgerechten Straßenausbau, um  der wachsenden Mobilität aus dem gestiegenen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Dadurch veränderte sich das Erscheinungsbild nochmals erheblich.

Heute bilden die typischen Elemente einer großen Straße – wie Anschlussstellen, Autobahnkreuze und bautechnisch notwendige Anlagen – wesentliche Merkmale, die den Raum strukturieren und der Orientierung entlang des Verkehrskorridors dienen.

Charakter der Verkehrsader in unterschiedlichen Ausbauphasen

  • Hellweg
  • Reichsstraße (R1)
  • Bundesstraße (B1)
  • Autobahn (A40)
  • gegenwärtiger Charakter