Kommunale Rahmenpläne entlang der A40

von Dorothée Dahl, Stadt Bochum, Margarete Bonnenberg und Silke Schulz, Stadt Dortmund

Die Städte Bochum und Dortmund haben neben dem „Regionalen Masterplan A40|B1“ eigene Rahmenpläne für den Bereich der A40|B1 im jeweiligen Stadtgebiet aufgestellt. Diese zeigen auf lokaler Ebene bei völlig unterschiedlicher Ausgangslage durchaus gemeinsame Zielvorstellungen.

Bochum

In Bochum ist der Stadtraum entlang der A40 von derStraße aus kaum sichtbar. Der Raum wird vor allemals Verkehrsraum wahrgenommen. Dieser ist geprägtdurch Lärmschutzanlagen, Abstandsgrün, Brücken undVerkehrsschilder. Im Gegensatz zu Streckenabschnittenwie der Essener Skyline oder der Dortmunder Stadtkronewirkt das Bochumer Teilstück der A40 monotonund wenig urban geprägt.

Der Bochumer Rahmenplan (orange edge, 2009) befasst sich mit der Einbindung der Stadtautobahn in den umgebenden Stadtraum und stellt sich damit einer wesentlichen Aufgabe für die städtebauliche Struktur der Stadt Bochum und des polyzentrischen Siedlungsraums Ruhrgebiet. So sollen in Zukunft die vielfältigen
Potentiale der Straße, die in ihrer Dichte, der Nähe umgebender Nutzungen und ihrem Identitätswert liegen, planerisch genutzt werden. Dafür wurde die Situation analysiert, konzeptionelle Überlegungen angestellt und der Blick auf den regionalen Zusammenhang geworfen.

Es werden in der „Rahmenplanung A40“ Strategien aufgezeigt, um eine Aufwertung der Räume entlang der A40 zu erreichen. Ziel ist es, den Raum aus stadtplanerischer Perspektive zu steuern und eine dauerhafte Qualifizierung sowohl einzelner Baumaßnahmen der öffentlichen und privaten Hand als auch des Gesamtraums zu erreichen. Mit dieser Entwicklung soll die Autobahn Schritt für Schritt zum Schaufenster der Stadt Bochum als Teil der Metropole Ruhr werden. Ein besonderer Fokus wird in Bochum auf die Zufahrten zur Innenstadt gelegt, die bereits im Konzept der Cityradialen eingehend untersucht und beplant worden sind. Außerdem wurden für das Stadtgebiet Bochum vier Qualifizierungsschwerpunkte festgelegt. Dies sind neben dem Bahnhof Wattenscheid, der Zugang zur Dorstener und zur Herner Straße sowie der Entwicklungsbereich an der Kornharpener Straße. Für diese strategischen Standorte wurden städtebauliche Konzepte erarbeitet, die erste Entwicklungsimpulse erzeugen und eine Bochumer Handschrift für die Qualifi zierung der baulichen Entwicklung an der A40 skizzieren.

Dortmund

Die B1 quert das Dortmunder Stadtgebiet auf einer Länge von etwa 20 Kilometern. Als Bindeglied zwischen der A44 im Osten und der A40 im Westen hat sie eine hohe Verkehrsbedeutung. Die aktuell durchgeführten und geplanten Ausbauvorhaben zwischen dem Kreuz Dortmund West inklusive Tunnelbauwerk und der B236 fördern die Leistungsfähigkeit dieser im internationalen Maßstab bedeutenden Ost-West- Verkehrsverbindung.

Die B1|A40 im Dortmunder Stadtgebiet ist jedoch mehr als eine bedeutende Verkehrsachse. Die imposante Platanen- und Lindenallee prägt sich den Durchreisenden als unverwechselbares Merkmal ein. Mit der Westfalenhalle, dem Westfalenpark mit Fernsehturm, modernen Bürogebäuden und Hotels, der Stadtkrone Ost sowie historischen Stadtvillen im Bereich der Gartenstadt reihen sich prominente Nutzungen und attraktive Bauwerke an dieser Straße. Trotz der hohen Verkehrslast hat der Straßenzug seit vielen Jahren städtebauliche Qualitäten. Diese Qualitäten tragen offensichtlich dazu bei, dass das Umfeld der B1|A40 ein attraktiver Investitionsstandort ist. Dies belegen aktuelle Bauvorhaben und zahlreiche Bauabsichten im Zuge der gesamten Ortsdurchfahrt.

Die „Städtebauliche Rahmenplanung für die Bundesstraße 1 in Dortmund“ (pesch partner architekten stadtplaner, 2003) hatte die Aufgabe, diesen zukünftigen Investitionen Richtung und Ordnung zu geben, die verkehrlichen und städtebaulichen Belange zu einem sinnvollen Leitbild zusammenzuführen. Die Entwicklung der Straße wird als Chance zur positiven Darstellung der Stadt im Gesamtraum der Metropolregion Ruhr begriffen: Die B1 als „Schaufenster des Strukturwandels in Dortmund“. Dies gelingt insbesondere durch eine klare Gliederung des Straßenzuges in ablesbare und erlebbare Abschnitte mit jeweils eigenem städtebaulichem Charakter, durch die bauliche Betonung der Stadteingänge und der Innenstadtzufahrten sowie durch die Weiterentwicklung der
imposanten Allee.

Beide Rahmenpläne entstanden in einem intensiven Dialog mit Institutionen, politischen Vertretungen sowie fachberührten Ämtern. In Dortmund hatten darüber hinaus Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, ihre Anregungen im Rahmen einer Informationsveranstaltung und anschließender Ausstellung einfließen zu lassen. Mit den Rahmenplänen liegt eine Grundlage für einzelne Investitionsentscheidungen sowie für nachfolgende Bebauungspläne vor, die die städtebauliche Ordnung und Entwicklung entlang der B1|A40 regeln. Die Inhalte wurden in das Gesamtkonzept „Regionaler Masterplan A40|B1“ integriert. Den Beispielen aus Bochum und Dortmund folgend beabsichtigen weitere Kommunen, in naher Zukunft eine Rahmenplanung für ihren Bereich der A40 zu erarbeiten.