RegioPOL ESSEN: FROHNHAUSEN
- Stadtteil Frohnhausen + ÖPNV-Band
- Urbane Sequenz mit lokaler Strahlkraft
Lage + Profil
Der Standort befindet sich innerhalb der urbanen Sequenz der Stadt Essen im westlichen Zufahrtsbereich zur Innenstadt. Die Straße ist in diesem Abschnitt in Troglage unterhalb der eigentlichen Stadtebene geführt. Das Stadtgebiet wird durch die Anschlussstelle „Frohnhausen“ erschlossen, deren Ausfahrtsarme aufgrund der Enge der Stadtstruktur parallel zur Fahrbahn verlaufen und als Straßenrampe konstruiert sind. Prägnant sind innerhalb des Streckenabschnittes die Spundwände und Brückenbauwerke, die der internen Verknüpfung der - durch den Ruhrschnellweg geteilten - Stadtquartiere dienen. Der Verlauf der Straße ist in diesem Abschnitt geradlinig. Besonderes Merkmal des Streckenabschnittes ist neben der Troglage die - in Mittellage des Ruhrschnellweges geführte - U-Bahn-Trasse mit der Haltestelle „Wickenburgstraße“ im Kreuzungsbereich der Anschlussstelle.
Aufgrund der Troglage der Straße und der Nähe der Stadtstruktur – die unmittelbar an der Kante der Spundwände emporwächst – ist die Bebauung direkt wahrzunehmen. Während die nördliche Stadtkante durch Wohnblöcke in geschlossener Bauweise gebildet wird, erweist sich die südliche Raumkante als porös. Die inhomogene Baustruktur aus Einzel- und Zeilenhäusern bildet den Stadtraum nur ungenügend aus und erzeugt nur eine geringe Schall schützende Wirkung für die südlichen Lagen.
Des Weiteren ist die Wohnnutzung im südlichen Gebiet aufgrund der Immissionsbelastungen der benachbarten Autobahn und der räumlichen Nähe zu gewerblichen Betrieben wenig qualitätvoll und zukunftsfähig. Aufgrund des demografischen Wandels wird ein steigendes Überangebot im Wohnungsmarkt prognostiziert. Da in der Region eine Vielzahl an Lagen mit besseren Wohnqualitäten bestehen, ist davon auszugehen, dass Quartiere mit starken Nutzungskonflikten weniger Nachfrage erfahren werden. Daher ist langfristig eine Neuausrichtung der bestehenden Schwerpunktnutzung dieser Areale notwendig. Darüber hinaus besteht mit Aufgabe des Autohauses an der Adelkampstraße ein weiterer Standort innerhalb dieses Streckenabschnittes zur zukünftigen Qualifizierung des Stadtraumes.
Anforderungen an die zukünftige Entwicklung
Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung bietet sich mit dem südlichen Bereich des dargestellten Streckenabschnittes die Chance einer Neuordnung. Folgende Maßnahmen bieten das Potenzial zur Profilierung des lokalen Stadtraumes sowie zur Abmilderung der bestehenden Nutzungskonflikte:
- Im Zuge eines sukzessiven Transformationsprozesses gilt es, den westlichen Abschnitt als Adresse für den tertiären Wirtschaftssektor zu entwickeln. Aufgrund der Umnutzung bietet die Errichtung einer geschlossenen Raumkante entlang des Ruhrschnellweges die Möglichkeit, den Schallschutz für das Quartier zu verbessern. Mit der Umnutzung des Autohauses bietet sich die Chance, einen markanten Stadtbaustein entlang der Verkehrsachse zu errichten.
- Zur Verbesserung des multimodalen Knotenpunktes soll eine Neugestaltung der U-Bahn-Haltestelle „Wickenburgstraße‘ erfolgen. Zur stadträumlichen Integration des multimodalen Knotenpunktes ist zu prüfen, inwieweit die Zugangssituation im südlichen Kreuzungsbereich durch eine platzartige Aufweitung des Stadtraumes aufgewertet werden kann.
- Die Verknüpfung der, durch den Ruhrschnellweg getrennten, Stadtgebiete, soll im Zuge von Instandhaltungsmaßnahmen der Brückenbauwerke optimiert werden. Städtebauliche Verbesserungen können durch eine einheitliche Oberflächengestaltung von Bürgersteigen, Straßen, Geländern oder auch durch den Einsatz von Licht erzielt werden.
Legende
Nutzungen
Bereich der Innenstadt
Siedlungsflächen
Gewerbeflächen
Landschaftsflächen
Grünanlagen
Gewässerflächen
regional bedeutende Gewässerflächen
regionaler Grünzug
quartiersinterne Grünwegeverbindung
Mobilität
Bundesautobahnnetz
Trassenführung in Troglage
Trassenführung in Tunnellage
Erschließungssystem / Hauptstraßennetz
Bahnnetz (parallel zur A40|B1)
Streckennetz des ÖPNV im Mittelstreifen der A40|B1
Regionalbahnhof
Fußgängerüberführung
ÖPNV-Haltestelle im Mittelstreifen der A40|B1
Brückenbauwerk an der A40|B1
Randgestaltung
Grüner Saum • Fläche zur Gestaltung der Randbereiche
Streckenabschnitt zur Qualifizierung der Allee
Streckenabschnitt mit dichter Vegetaton
Streckenabschnitt zum Schutz vor Schallemissionen vor lärmsensiblem Bereich
Streckenabschnitt, der Blickbeziehungen in den Landschaftsraum ermöglicht, die Autobahn jedoch abschirmt
Streckenabschnitt mit Wallanlage als Schutz vor Lärmemissionen
Streckenabschnitt mit transparentem Lärmschutz
dominant wahrzunehmendes Gebäude
Standorte der Hochspannungsmasten von Fernleitungstrassen
Entwicklungsflächen
prioritäres Entwicklungsfenster
sekundäres Entwicklungsfenster
Eintrittskorridor am Schnittpunkt der A40|B1 mit bedeutenden Cityradialen
Entwicklungsareal zur Sicherung und Ausbau des Gewerbesektors
Entwicklungsfläche mit besonderen Anforderungen an die Gestaltung der Raumkanten
Entwicklungsbereich zur langfristigen bzw. sukzessiven Umnutzung
Bereich zur Steigerung der gestalterischen Attraktivität öffentlicher Platzflächen
Standort zur Ausbildung einer städtebaulichen Dominante
Erhalt und Ausbau besonderer Blickbeziehungen


